Kostenlose Nesting-Software für Plasmaschneiden: Bleche online optimieren
Ein 3000 × 1500-mm-Blech Baustahl kostet 150–230 €. Am Plasmatisch erzeugt der Postprozessor den G-Code — aber das Nesting stromaufwärts entscheidet, wie viel dieses Blechs zu Teilen wird und wie viel zu Schrott. Und anders als der G-Code lässt es sich kostenlos optimieren — direkt im Browser.
1. Nesting passiert vor dem G-Code — und dort wird Ihre Materialrechnung entschieden
Jede Plasmaschneidekette sieht gleich aus: CAD → DXF → Nesting → Postpro (SheetCAM oder ähnlich) → G-Code → Maschine. Viele Plasmatisch-Bediener justieren ihre Maschinenparameter sorgfältig (Geschwindigkeit, Stromstärke, Brennerhöhe), ordnen ihre Teile aber „von Hand“ im CAD oder Postprozessor an.
Die Kosten dieser Gewohnheit: Ein manuelles Layout verschwendet typischerweise 20–30 % des Blechs. Eine gute Nesting-Engine bringt das unter 10 %. Auf einem 200-€-Blech sind das 20–40 € zurückgewonnen — auf jedem Blech, bei jedem Auftrag. Nesting-Software, selbst bezahlt, hat sich mit dem ersten gesparten Blech bezahlt gemacht. Kostenlos ist sie reiner Gewinn.
2. Der Workflow DXF rein → DXF raus
DXF ist das universelle Austauschformat zwischen Ihrem CAD und Ihrem Tisch. Ein Online-Nesting-Werkzeug fügt sich ohne jede Änderung in Ihre Kette ein:
- Exportieren Sie Ihre Teile als DXF aus Ihrem CAD (Fusion 360, SolidWorks, LibreCAD…)
- Laden Sie sie ins Nesting-Werkzeug hoch, stellen Sie Blechmaße und Teileabstand ein
- Laden Sie das genestete DXF herunter, bereit zum Laden in SheetCAM oder Ihr Postpro für die Werkzeugbahn-Erzeugung
Keine Installation, keine Plugins, keine Änderung am bestehenden Workflow. Sie behalten Ihr Postpro und Ihre Maschineneinstellungen.
3. Kerf und Abstand am Plasma: die Einstellungen, die alles ändern
Der Plasma-Kerf (1–3 mm je nach Stromstärke) ist viel breiter als der Laser-Kerf (0,1–0,3 mm). Direkte Folgen fürs Nesting:
- Der Teileabstand muss den vollen Kerf abdecken, plus eine Zugabe für die Kantengüte an der Schnittgrenze. Stellen Sie den Abstand im Nesting-Werkzeug auf Ihren echten Kerf — nicht auf einen Standardwert.
- Zu nah platzierte Teile degradieren einander: ein Kerf, der ins Nachbarteil beißt, bedeutet eine ruinierte Kante und ein verschrottetes Teil.
- Kleine Teile in Ausschnitten: Achten Sie auf örtlichen Hitzestau, wenn sich viele Schnitte auf engem Raum ballen — ein gutes Layout verteilt die thermische Last.
4. Verschachteln in Löcher und nutzbare Restbleche: wo die echten Ersparnisse stecken
Zwei Techniken trennen eine echte Engine von der Bounding-Box-Platzierung:
Verschachteln in Löcher (Teil im Teil) — kleine Teile werden automatisch in die Ausschnitte großer Teile gelegt. Bei realen Aufträgen mit Flanschen, Ringen oder Chassis-Teilen sind das oft 5–10 % des Blechs, ohne einen Finger zu rühren.
Nutzbare Restbleche — ein 88-%-Layout, das ein großes, sauberes rechteckiges Reststück lässt, ist oft mehr wert als ein 93-%-Layout mit nur unbrauchbaren Splittern. Das saubere Reststück geht für den nächsten Auftrag zurück ins Lager; die Splitter in den Schrott. Verlangen Sie, dass Ihr Werkzeug Ihnen das Restblech zeigt — nicht nur die Füllrate.
5. Ein ehrlicher Vergleich der kostenlosen Optionen 2026
| Werkzeug | Modell | Status | Gratis-Limit |
|---|---|---|---|
| Deepnest (original) | Kostenlos, Desktop | ❌ Ungepflegt (v1.0.5, 2020) | Unbegrenzt, aber eingefroren, Bugs ungefixt |
| deepnest-next (Fork) | Kostenlos, Desktop | ✅ Aktiv | Dieselbe alternde Engine, veraltete UI |
| SVGnest | Kostenlos, Browser | ⚠️ Minimal | Nur SVG, Einzelblech, keine ernsthafte Kerf-Behandlung |
| NestorCut Free | Kostenlos, Browser | ✅ Aktiv | 10 Nestings/Monat, keine Kreditkarte |
Deepnest bleibt die historische Referenz für freies Nesting, und der deepnest-next-Fork verdient es zu existieren — aber die Engine stammt aus der Mitte der 2010er und entwickelt sich nicht weiter. SVGnest ist ein schöner Machbarkeitsnachweis, kein Produktionswerkzeug.
Unter der Haube: eine Rust-Engine, keine Demo
Eine Klammer für Neugierige (alle anderen überspringen den Absatz). NestorCut baut auf Open-Source-Wurzeln — dem Nest2D-Projekt, der exakten Kollisions-Engine jagua-rs und der Strip-Packing-Heuristik sparrow aus der Forschung der KU Leuven. Auf diesen Fundamenten haben wir eine eigene Engine in Rust entwickelt:
- Zweiphasige biaxiale Verdichtung: nach der Minimierung der Streifenlänge wird das Layout um 90° transponiert und neu optimiert, um Teile in verbleibende Taschen zu drücken
- Natives Verschachteln in Löcher: Teile in Ausschnitten werden vom Solver selbst behandelt, nicht von einem Postprocessing-Trick
- Multistart mit simulierter Abkühlung: Tausende Platzierreihenfolgen werden parallel erkundet, mit mehreren Layout-Alternativen (das dichteste, das größte Reststück, das ausgewogene)
- Reproduzierbare Ergebnisse: derselbe Auftrag, dasselbe Layout — jedes Mal
Praktisch heißt das: dichtere Layouts als die historischen Gratis-Werkzeuge, in Sekunden, im Browser, ohne Installation.
Probieren Sie es mit Ihren eigenen DXF-Dateien
Der Free-Plan umfasst 10 Nestings pro Monat, ohne Kreditkarte: Mehrfachbleche, einstellbarer Kerf, Verschachteln in Löcher, Layout-Alternativen, DXF/SVG/ZIP-Export. Der schnellste Weg, eine Nesting-Engine zu beurteilen: Füttern Sie sie mit Ihren sperrigsten Teilen.
Aus dem Englischen übersetzt.